Warum brauchen wir Klimafolgenanpassung?
Der Klimawandel bringt viele Veränderungen, denn das Klima betrifft unsere gesamte Umwelt. Die meisten Klimafolgen sind mittlerweile allseits bekannt: Abschmelzen von Gletschern, Anstieg des Meeresspiegels, Ernteausfälle, Extremwetterereignisse, Verlust von Lebensräumen und Biodiversität – die Liste ist lang.
Extremwetterereignisse wie Hitze, Starkregen und Stürme werden immer häufiger und zugleich immer intensiver. Darunter leiden Menschen und Infrastrukturen in der Stadt. Auch die Landwirtschaft hat mit den erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Gleichzeitig wird das empfindliche ökologische Gleichgewicht gestört, was zu einem dramatischen Rückgang wichtiger Tier- und Pflanzenarten führt.
Klimafolgenanpassung ist daher wichtig, um Schäden durch derartige Ereignisse so gering wie möglich zu halten.
- Mehr Hitzetage: Temperaturen über 30 Grad belasten Menschen, Gebäude und die Infrastruktur.
- Zunehmende Starkregenereignisse: Überflutungen bedrohen Häuser, Straßen und öffentliche Einrichtungen.
- Verlust der Artenvielfalt
Und wie ist die Situation in Soest?
Der Klimawandel ist auch in Soest längst spürbar. Immer mehr Hitzetage, zunehmende Trockenheit und stärkere Regenfälle stellen die Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner vor neue Herausforderungen. Besonders in dicht bebauten Bereichen können sich Hitze und versiegelte Flächen bemerkbar machen, während Starkregenereignisse die Gefahr von Überflutungen erhöhen. Gleichzeitig verändern sich die Bedingungen für Natur und Artenvielfalt.
Weitere Informationen gibt die Handlungskarte Klimafolgenanpassung.

Soest reagiert bereits heute auf diese Entwicklungen und setzt verschiedene Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung um. Dazu gehören die Renaturierung des Soestbachs, die Anlage von Blühflächen zur Förderung der Biodiversität und Verbesserung des Stadtklimas sowie der Einsatz heller Oberflächen, die sich im Sommer weniger aufheizen. Ebenso gehören beispielsweise die Begrünung von Straßen und Plätzen, Dach- und Fassadenbegrünungen sowie Maßnahmen zum Umgang mit Regenwasser dazu. Auch neue Bäume, Trinkbrunnen und sogenannte „Coole Orte“ tragen dazu bei, die Stadt widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
Mit welchen Konzepten begegnet die Stadt Soest dem Klimawandel?
Klimaanpassungskonzept
Die Stadt Soest hat bereits 2016 ein Klimafolgenanpassungskonzept mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Ruhr-Universität Bochum erstellt und beschlossen. Übergeordnetes Ziel der Klimafolgenanpassung ist die Schaffung einer wassersensiblen und hitzeangepassten Stadt von hoher Lebensqualität trotz Klimawandel. Im Klimaanpassungskonzept wurden 5 Maßnahmenbereiche festgelegt:
- Erhitzung der Altstadt begrenzen
- Überflutungsgefahr begrenzen
- Klimaanpassung /Verbesserung im Bestand
- Klimaanpassung bei Planung und Neubau
- Öffentlichkeitsarbeit, Notfallmanagement und Vorsorge
Von 2017 – 2019 wurde ein erster Maßnahmenkatalog mit 27 Maßnahmen beschlossen und umgesetzt.
Mehr Informationen zum Klimaanpassungskonzept gibt es hier.
European Climate Adaptation Award (eca)
Die Stadt Soest beteiligt sich seit 2020 am European Climate Adaptation Award (eca). Der eca ist ein Qualitätsmanagementsystem mit Auditierungsverfahren und dient zur Identifikation, Entwicklung und Implementierung von Maßnahmen zur Klimaanpassung. Regelmäßige interne und externe Audits gewährleisten die Maßnahmenumsetzung.
Der Maßnahmenplan 2024 – 2029 hat aktuell 136 Maßnahmen in den 6 Handlungsfeldern
- Analyse, Strategie, Planung
- Kommunale Gebäude und Anlagen
- Versorgung, Entsorgung
- Infrastruktur im öffentlichen Raum
- Interne Organisation
- Kommunikation, Partizipation, Kooperation
Mehr Informationen zum European Climate Adaptation Award gibt es hier.